re:publica 2026 in Düsseldorf

Die re:publica im NRW-Forum war ein voller Erfolg. Die zweite Ausgabe hier in Düsseldorf – nach Vorbild des großen Originals in Berlin – war dieses Mal größer und vielfältiger als bei der Premiere im letzten Jahr. Und vor allem war der Kongressbesuch wieder komplett kostenlos und damit der ideale Treffpunkt für Interessierte aus Gesellschaft, Politik, Kultur, Kreativwirtschaft und Medienbranche. Im Mittelpunkt der Vorträge, Diskussionen und Workshops standen die digitale Transformation, KI und digitale Souveränität.

Mit Thomas Jarzombek, Andreas Gebhard und Hamed Shahi
Alexandra Geese, Digitalexpertin und Europaabgeordnete für Bündnis90/Grüne

Ohne den vielen tollen Vortragenden Unrecht zu tun, die zweifellos spannende Perspektiven vertraten, war der Vortrag von Alexandra Geese mein persönliches Highlight des ersten Tages. Wissenschaftlich fundiert nahm sie die Mechanismen der Social-Media-Plattformen unter die Lupe. Es ist ja keineswegs so, dass eingegebene Inhalte nach den fairen Bedingungen des Empfehlungsalgorithmus ausgegeben werden. Gerade bei Wahlkämpfen – und nicht nur in Deutschland – ist offensichtlich, dass rechte und rechtsextreme Parteien weit überproportional bevorteilt werden. Geese zufolge steckt dahinter das Ziel von Putin, Trump und den Tech Bros: „die Zerstörung der globalen Weltordnung, die gezielte Schwächung der Europäischen Union und der Versuch, demokratische Institutionen von innen heraus zu destabilisieren“. Die Europäische Union habe genug Instrumente, man müsse jetzt aber auch den Mut haben, diese einzusetzen.

Am zweiten Tag hatte ich die Gelegenheit, an einem Gespräch zwischen Thomas Jarzombek und Markus Beckedahl, dem Mitgründer der re:publica, teilzunehmen. Im Mittelpunkt stand die Frage nach der digitalen Souveränität. Zurecht hat dieses Thema eine immer größere Bedeutung erlangt und findet auch auf allen politischen Ebenen immer mehr Beachtung. Inzwischen gibt es kein Erkenntnisproblem mehr, sondern „nur noch“ die Herausforderung der Umsetzung. Thomas Jarzombek wirkte glaubwürdig, als er Defizite eingestand, aber zugleich auf Fortschritte hinwies, die zwar kommen, sich aber erst langsam einstellen werden. Diese Ehrlichkeit wurde auch vom Publikum honoriert.

Besonders gut war auch der Vortrag der Spiegel-Redakteure Torsten Kleinz und Markus Böhm darüber, warum wir den Restaurant-Bewertungen auf Google Maps nicht mehr trauen können. Ebenso überzeugte die von Lars Terlinden moderierte Diskussion mit Güncem Campagna und Julia Weinberg über die Fähigkeiten, die wir in einer von KI geprägten Zukunft benötigen werden. Den Abschluss bildete das Panel zum Thema Urheberschaft in der Kreativwirtschaft und die Frage, wie viel Regulierung beim Einsatz von KI nötig ist.

Es waren zwei inspirierende Tage mit großartigem Input und vielen Gesprächen am Rande mit engagierten Menschen. Ich freue mich auf nächstes Jahr.

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