
Es war eine spannende Veranstaltung der IHK Düsseldorf zur Zukunft des Handels und der Gastronomie in der Düsseldorfer Innenstadt. Städte verändern sich. Das gilt auch für Düsseldorf, insbesondere für die Innenstadt. Wie in allen deutschen Großstädten dominierten lange Zeit Geschäfte der Bekleidungsbranche und des Modeeinzelhandels mit bis zu 70 % aller Läden die Innenstädte. Dies hat der Attraktivität Düsseldorfs nicht geschadet. Im Gegenteil: Immer mehr Menschen möchten hier wohnen oder arbeiten. Dabei ist Düsseldorf nicht unbedingt immer erste Wahl, sondern eher eine Liebe auf den zweiten Blick. Die anfängliche Skepsis weicht jedoch, wenn die Menschen erst einmal hier sind. Dieser Befund ist nicht neu, denn genau das wurde bereits im Kulturwirtschaftsbericht von 2010 festgestellt und zuletzt beim „Creative Town Hall Meeting 2025” erneut bestätigt. In den vielen Jahren hat sich anscheinend nicht viel verbessert. Beim Branding gibt es offensichtlich Nachholbedarf.


In der Umfrage zum Einkaufsverhalten der Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger wurde deutlich, dass Sauberkeit und Sicherheit in der Innenstadt als wichtige Kriterien für das Einkaufserlebnis gelten. Dies sei in der Tat eine große Herausforderung für den öffentlichen Raum, so Christian Zaum, Düsseldorfer Dezernent für Sicherheit und Ordnung. Zunehmender Konsum von Crack, Alkoholabhängigkeit, soziale Verwahrlosung, Wohnungslosigkeit und Vermüllung des öffentlich Raums seien eine Daueraufgabe in der kommunalen Verantwortung.
Um die Zukunft der Innenstadt zu gestalten, müssten laut IHK Handel, Gastronomie, Events und Kultur zusammengebracht und verknüpft werden. Im Stadtplanungsamt werden tatsächlich im Rahmen des Projekts „Umsetzungsstrategie Zukunft Innenstadt“ bereits viele Ideen und Anregungen der Bürger:innen und der Stadtgesellschaft diskutiert und evaluiert. Und es gibt bereits spannende Zwischenergebnisse, die nur darauf warten, umgesetzt zu werden.
Bei der IHK-Veranstaltung spielte die Königsallee selbstverständlich eine zentrale Rolle. Ehrlicherweise muss man jedoch zugeben, dass Düsseldorf trotz seiner vielen großartigen Vorzüge in vielen Teilen Deutschlands eher unbekannt ist. Daran hat auch der Claim „Nähe trifft Freiheit” nichts geändert. Zumindest verbinden aber die meisten Menschen Kö und Mode immer noch mit Düsseldorf, weshalb wir gut beraten sind, den Modestandort mit aller Kraft zu unterstützen.
Ja, die Gastronomie wird im Branchenmix eine größere Rolle spielen, aber allein mehr Restaurants werden die Innenstadt nicht retten. Für das Erlebnis Innenstadt braucht es mehr, doch auch hier wissen wir noch nicht genau, wohin die Reise geht. Auch wenn die IHK bei ihrer Veranstaltung den Menschen eher als Konsumenten im Blick hatte und sich mehr Umsätze wünscht, geht die Zukunft in eine ganz andere Richtung. Es geht darum, nicht mehr, sondern weniger zu kaufen – aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes, aber auch aus globaler sozialer Verantwortung heraus. Wie wir damit umgehen werden, ist noch offen, aber wir sind gespannt auf die Zukunft.