
Beim Neujahrsempfang 2026 der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hielt die Rektorin, Prof. Dr. Anja Steinbeck, eine nachdenkliche Rede zur Freiheit der wissenschaftlichen Forschung. Zu Recht schauen wir alle mit Sorge in die USA, wo sich unter Trump zeigt, wie verwundbar wissenschaftliche Institutionen sind, wenn politische Ideologie über Evidenz gestellt wird.


Wissenschaftler:innen werden als linke und „woke” Elite diffamiert, und die US-Administration versucht, missliebige Themen und Fakten mithilfe von Budgetkürzungen zum Schweigen zu bringen. Schon die Verwendung der Begriffe „Klima”, „Diversity” und „Inklusion” kann berufliche Schwierigkeiten nach sich ziehen. Und nach den Entlassungen bei der NOAA, der geplanten Schließung des NCAR und der Vernichtung von Forschungsdaten gerät auch die weltweite Wissenschaftsgemeinde in Schwierigkeiten, denn dies hat auf jeden Fall Dominoeffekte für internationale Kooperationen, Klimaziele und technologische Standards.
Aber auch wir in Deutschland müssen wachsam sein. Rechte Kräfte versuchen schon seit einiger Zeit, Trump in dieser Hinsicht nachzueifern. Deshalb ist Wissenschaftsfreiheit auch hierzulande kein Selbstläufer. Wir müssen unsere Institutionen resilienter machen und den Wert evidenzbasierter Debatten aktiv verteidigen. Für Steinbeck stünden dabei drei Schlüsselbegriffe im Vordergrund: Vertrauen, Verantwortung und Solidarität.
Passend dazu gab es im Anschluss zwei Berichte aus der Forschung zu dem aktuellen Thema der wirtschaftlichen und politischen Abhängigkeit: Prof. Dr. Rupprecht Podszun zum Thema Digitale Souveränität und Prof. Dr. Lena Daumann zu Seltenen Erden. Beide Vorträge waren sehr kurzweilig. Danke auch an die HHU für den schönen Abend und die Gelegenheit, neue Menschen kennenzulernen und alte Bekannte wiederzutreffen.